| Nicht nur wegen seiner
Naturschönheit, der strahlenden Sonne, dem blauen Meer und der üppigen, teils tropischen
Vegetation, möglicherweise auch gerade deshalb, haben die zahlreichen historischen
Schaetze in Antalya selbst, aber auch in seiner Umgebung eine besondere Anziehungskraft
auf Menschen aus aller Welt ausgeubt. Sehr wahrscheinlich war das auch mit Grund dafür,
dass die Menschen der Antike diesen Landstrich zur Gründung von Niederlassungen
ausgewahlt haben. Die umfangreichen Reste einstmals bedeutender antiker Staedte beweisen
es. Sie sind ein beredtes Zeugnis der hier vorüber 2.000 Jahrenherrschenden grossartigen
Zivilisation. Der behutsame Umgang mit ihnen, ihre
besondere Pflege, zum Teil durch Einbeziehung in Nationalparke gewahrleistet, erscheint
beispielhaft und erweist die heutige Türkei dieses bedeutenden Erbes würdig.
Alle antiken Staetten in der naeheren und weiteren
Umgebung Antalyas eingehend zu beschreiben, wurde sicher den Rahmen dieses Buches
sprengen. Andererseits sind wir der Meinung, dem Besucher Antalyas Hinweise auf diese
Staetten nicht vorenthalten zu dürfen. Das soll und kann aber nicht spezielle
archaologische Führer, deren es vorzugliche im Buchhandel zu kaufen gibt, ersetzen.
Auf unserem archaologischen Exkurs wollen wir uns
zunaechst von Antalya aus in westliche Richtung und danach nach Osten wenden. Beginnen
wollen wir mit dem nordwestlich von Antalya gelegenen Termessos.
Termessos Eine der eigenartigsten und interessantesten antiken Staedte, die schon
vorüber hundert Jahren den Forscher Graf Lanckoronski begeistert und gefesselt hat,
stellt das antike Termessos dar. Termessos war eine pisidische Bergfeste, errichtet in ca.
1.050 Meter Höhe zwischen den Felsen des Taurusgebirges. Heute liegen die Ruinen dieser
sonderbaren, in der Antike bedeutenden Stadt wohlbehütet im Termessos Nationalpark.
Die einmalige Höhenlage mit wunderbarem Ausblick über
die bewaldeten, felsigen Gebirgshaenge hin bis zum im Dunst zu erahnenden fernen, blauen
Meer lassen den Besuch von Termessos immer wieder zu einem grossartigen Erlebnis werden.
Hier scheinen von Gestrupp überwucherte Ruinen, nebeneinander-und übereinander liegende
umgekippte Sarkophage inmitten einer, dem Wildwuchs überlassenen Vegetation, die, wie die
vielen Wildwechsel zeigen, zum Refugium zahlreicher Wildtiere geworden ist, zu einer
einzigartigen Synthese zusammenzuwachsen.
Man gelangt nach Termessos, wenn man von Antalya nach
Norden in Richtung Burdur faehrt. Bei etwa Kilometer 11 biegt man von dieser Strasse nach
Westen in Richtung Korkuteli ab. Nach weiteren 14 Kilometer findet man, unübersehbar,
Hinweisschilder nach Termessos. Das ehemalige Stadtgebiet liegt von dort noch etwa 9 km
entfernt.
Um Termessos zu besuchen, sollte man sich genügend Zeit
nehmen und auch bereit sein, einen möglicherweise etwas beschwerlichen Fussmarsch zu
machen, denn die Stadt liegt in einem unebenen, felsigen Gelaende. Die Einwohner von
Termessos hiessen "Solymer". Man ist der Ansicht, dass sie im Gegensatz zu den
übrigen Bewohnern an der türkischen Südkuste, anatolischer Herkunft waren, also aus dem
Landesinneren stammten. Die uns bekannte Geschichte von Termessos nimmt ihren Anfang mit
jener spektakulaeren Belagerung durch Alexander den Grossen im Jahre 333 v. Chr. Es gelang
dem sieggewohnten mazedonischen König damals nicht, die Stadt, die er als
"Aldernest" bezeichnete, einzunehmen. Termessos war wohl bis zum 5. Jahrhundert
n. Chr. bewohnt. Sehr wahrscheinlich wurde es von einem Erdbeben zerstört und danach von
seinen letzten Bewohnern verlassen. |
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Einige Grabanlagen sind deshalb
bedeutsam, weil sie sich durch Anlage, Grösse und ornamentalen Schmuck aus der sonst
monotonen Vielzahl herausheben, so das Grab des Alketas, eines Generals unter Alexander
dem Grossen, das Grab des Agathemeros, das Grab der Armasta und nicht zuletzt der beruhmte
Löwensarkophag. Es ist nicht leicht, alles zu
finden, man sollte sich, wie gesagt, Zeit lassen, auch, wenn der Anblick und die Stille
manchmal etwas Bedruckendes an sich haben.
Ariassos Man
erreicht Ariassos, wenn man auf der Strasse von Antalya nach Burdur, etwa bei Kilometer
48, kurz vor der Kleinstadt Dað, nach links abbiegt. Ariassos liegt etwa einen Kilometer
von dieser Abzweigung entfernt. Es war gleichfalls eine antike Bergstadt, liegt aber in
einem Talkessel. Das Eingangstor zum Stadtgebiet ist gut erhalten. Ausserdem sind noch
Tempelanlagen, Sarkophage und Baeder sehenswert.
Phaselis
Phaselis war eine antike Hafenstadt. Es liegt westlich von
Antalya an der nach Westen führenden Küstenstrasse. Etwa bei Kilometer 57, wenige
Kilometer hinter Kemer, sieht man ein Hinweisschild, von wo man noch etwa einen Kilometer
in Richtung Meeresstrand fahren muss.
Die Gründung der Stadt geht bis ins 7. Jahrhundert v.
Chr. zurück. Wahrscheinlich waren es Einwanderer aus Rhodos, die sie gründeten. Phaselis
war lange Zeit eine der wichtigsten Hafenstaedte de östlichen Lykiens. Es hatte drei
Hafen, einen Nordhafen, einen Kriegshafen, auch als geschützter Hafen bezeichnet, und
einen Südhafen. Im Zentrum der Stadt lag eine Prachtstrasse, deren Breite 20 bis 24 Meter
betrug. An ihrem Südende befand sich das Hadrianstor. Zu beiden Seiten der Strasse
befanden sich Wandelgange mit Laeden. Weiter findet man Ruinen von Badeanlagen, einer
Agora sowie eines Theaters. Zu den besonders gut erhaltenen Bauten zaehlen die Ruinen des
Aquaduktes. Dieser, wie auch die übrigen Bauwerke stammen wohl alle aus römischer Zeit.
Olympos und Chimara
Olympos liegt gleichfalls westlich von Antalya und zwar
zwischen Kemer und Andrasan. Man faehrt die Strasse von Antalya nach Kumluca über die
Abzweigung nach Phaselis hinaus und stösst dann auf zwei Hinweisschilder, naemlich nach
Olympos und Cirali. Cirali ist das heutige Dorf, in dessen Naehe das antike Olympos
gelegen ist.
Bei Olympos handelt es sich um eine antike Hafenstadt, die
im 2. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde. Sie war bis zum 4. Jahrhundert n. Chr.
bewohnt. Hier soll sich die beruhmte Bellerophon-Sage zugetragen haben. Die antike Stadt
liegt in einem unvergleichlich schönen Tal, an dessen Einmundung ins Meer sich ein
herrlicher Sandstrand befindet.
Um nach Chimara zu gelangen, muss man von Cirali etwa eine
Stunde Fussmarsch auf sich nehmen. Da das beruhmte "ewige Feuer" der Chimara nur schwer aufzufinden ist,
empfiehlt es sich, im Dorf Cirali einen Führer mitzunehmen. Es handelt sich um Erdgas,
welches hier zwischen den Steinblöcken ausströmt.
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